Die neue Zentralmatura

Standardisierte Reifeprüfung AHS

Standardisierte Reife- und Diplomprüfung BHS

Organigramm Bundesministerium

 
Vorbereitungen schwer unter Zeitverzug

Presseaussendung des LV-Wien vom 24.3.2010

 

26.8.2009

Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird die neue Maturaverordnung im Herbst dieses Jahres im Ministerrat und anschließend im Parlament in der nun vorliegenden Form verabschiedet.

 

Nicht zum ersten Mal erhebe ich, entgegen dem großen Chor der „Halleluja-Rufer“, schwere Bedenken gegen dieses Machwerk.

 

Auf der einen Seite soll jede Schule ein eigenes Schulprofil entwickeln, auf der anderen werden alle Schüler über einen Kamm geschoren.

 

Alle Schüler?? Nicht alle, denn in einem kleinen gallischen Dorf….. aber lassen wir die Vergleiche mit der wohl beliebtesten Gesellschaftssatire Vieler, auch von mir.

 

Bleiben wir bei den Fakten:

 

Am Ende der 11. Schulstufe erhält jeder Kandidat das Thema für seine vorwissenschaftliche Arbeit. Damit die Pädagog/innen in ihrer Funktion als Plagiatsjäger nachkommen  können, werden sie im ersten Semester mit jedem ihrer Schützlinge drei ausführliche Fachgespräche führen. Fragt sich nur, wann dafür neben dem Regelunterricht die erforderliche Zeit genommen, wenn nicht gestohlen werden soll.

 

Wie bei dem Spiel der zehn kleinen Negerlein (auch wenn mir bewußt ist, hier einen politisch nicht mehr korrekten Ausdruck zu verwenden), waren es dann auch nur mehr sechs (Prüfungen).

 

Doch nun zum Kern:

Warum ich den Vergleich mit Asterix ziehe? Die Schüler/innen (einmal muß ich ja doch gendermäßig schreiben) der berufsbildenden höheren Schulen und die Absolventen der Berufsreifeprüfung werden derzeit durch dieses Gesetz nicht erfaßt. Das wird schon noch, werden sich „meine Freunde“ vom BiFIE denken.

 

Sie könnten bereits jetzt in den Prozeß eingebunden werden, wenn man bei den zentral vorgegebenen Gegenständen etwas intelligenter vorgehen würde.

 

Mein Vorschlag lautet:

     60% der Aufgaben werden zentral vorgegeben

     40% der Aufgaben spiegeln den schulspezifischen Schwerpunkt wieder.

In diesem Fall könnte man sofort die Schüler des gallischen Dorfes, das in diesem Fall gar nicht so klein ist, ins oft zitierte Boot holen.

 

Um es klar auszudrücken. Mit der Arche Noah hat dieses Boot aus meiner Sicht im  Moment jedoch nichts zu tun, eher mit der Titanic.

 

Bezüglich der Beurteilung hätte ich folgenden Vorschlag:

von den zentral vorgegebenen Aufgaben müssen 60% positiv erledigt werden, um eine positive Note in dem jeweiligen Gegenstand zu erhalten.

Über die Noten „Sehr gut“ bis „Genügend“ entscheidet das Ergebnis der Aufgaben aus dem schulspezifischen Bereich.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

 

Viel einfacher wäre es ja noch, den Blick über den Tellerrand ins benachbarte Ausland zu werfen. Bayern hat zum Beispiel ein Projekt gestartet, bei welchem die Schüler/innen in der 11. und 12. Schulstufe insgesamt 800 Punkte sammeln können, um mit Überreichung des Reifeprüfungszeugnisses in das Wirtschaftsleben, bzw. zu den Unis entlassen zu werden. Dieses System sollte man sich näher ansehen.

Aber was täten wir dann mit dem BiFIE, wenn wir nicht krampfhaft versuchen würden, das sprichwörtliche Rad neu zu erfinden.

 

Wir würden dem Motto des Kultusministers von Sachsen Anhalt gerecht werden, der gemeint hat:

„Wir können Experimente machen, so viele wie wir wollen, NUR NICHT MIT UNSEREN KINDERN!!!“

 

Aber, die Hoffnung stirb zuletzt.

Wie immer, so ist auch in diesem Fall NACH der Reform auch gleichzeitig VOR der Reform der Reform.

 

Hoffen wir´s, zum Wohle unserer Kinder und der Zukunft unserer Gesellschaft.

 

Ihr

Stefan Mandahus